Halundrigens,
gefälligst?
Personen, Streitfälle und Wörter aus über hundert Jahren Halunder-Forschung. Alte Quellen, neu erzählt: Inselzeitung, Wörterbücher, Briefe, Tonbandaufnahmen. Jeden Montag und Donnerstag.
10 Beiträge
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- Design 1Sonderausgabe · 200 Jahre Seebad· 9 min Lesezeit27
200 Jahre Seebad Helgoland: was passierte mit der Sprache?
Am 1. Juli 1826 stellte der Schiffszimmermann Jacob Andresen Siemens sechs Badekarren an den Strand und gründete damit das Seebad Helgoland. Seine eigenen Leute lachten ihn aus: „Djoap Andreesen, di snakkes uk lütter Skit!“ Zweihundert Jahre später ist klar, was der Tourismus auf die Insel gebracht hat. Was er mit dem Helgoländischen gemacht hat, ist die schwierigere Frage.
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Sonderausgabe · 100 Jahre James Krüss· 9 min Lesezeit42Hundert Jahre James Krüss
Am 31. Mai 1926 kam er auf die Welt, im Jahr, in dem Helgoland gerade sein hundertjähriges Bestehen als Seebad feierte. Sechs Quellen aus sieben Jahrzehnten zeichnen einen anderen James Krüss als den Brockhaus-Eintrag: einen Jungen mit Spiegelei-Augen, einen 22-Jährigen im Exil, einen 50-Jährigen, der seine eigene Diagnose widerruft, einen 58-Jährigen, der die Sprache seiner Familie verstummen sieht.
Weiterlesen - Design 3· 7 min Lesezeit18
Ist dein Nachname helgoländisch?
Um 1900 gab es auf Helgoland 135 Familiennamen für 2.000 Einwohner. Theodor Siebs hat 1909 ihre Bildung in zehn Kategorien sortiert und nebenbei das Geheimnis gelüftet, warum James Krüss „Krüss“ heißt. Drei Generationen davor hieß seine Familie noch anders. Ein Test mit konkreten Beispielen aus Siebs' Liste.
Weiterlesen - Design 4· 6 min Lesezeit17
Der Streit um den Namen „Helgoland“
Adam von Bremen schrieb um 1050 „Heiligland“. 1909 widersprach Theodor Siebs mit „hohes Land“. 1968 widerlegte Willy Krogmann ihn auf sechs Spalten im Helgoländer. Drei Jahrhunderte Streit um einen Inselnamen, der mehr Logik hat, als man auf den ersten Blick sieht.
Weiterlesen - Design 5· 5 min Lesezeit7
175 Seiten, drei Jahre: das Buch, das Halunder lernbar machte
1988 erscheint „Wi lear Halunder“, das erste richtige Lehrbuch für Helgoländisch. Drei Jahre Arbeit von Mina Borchert mit Ritva und Nils Århammar. Im Vorwort steht ein Satz, der bis heute unverändert gilt.
Weiterlesen - · 5 min Lesezeit6
Mina Borchert unterrichtete 300 Schüler mit einem Märchenbuch
1975 fragt Nils Århammar eine 63-jährige Insulanerin, ob sie Halunder unterrichten will. Sie hat kein Wörterbuch, keine Grammatik, nur ein Märchenbuch. 1990 zählen ihre Kurse über 300 Hörer, ihr Lehrbuch ist die Grundlage allen heutigen Unterrichts.
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Wenn der Koks im Fisch sitzt
„Dear lait en Koks bi“ heißt auf Helgoländisch: die Sache hat einen Haken. Wörtlich aber: da liegt eine Wellhornschnecke dabei. James Krüss erklärte das 1985 in GEO mit einem Marktschwindel. Århammar widerspricht 2000 und stellt eine andere These auf. Drei Quellen, zwei Theorien, ein Insel-Idiom.
Weiterlesen - · 6 min Lesezeit13
Wie Halunder nach Jerusalem kam
Am 1. Mai 1998 segnet ein Helgoländer Pfarrer in der Paternoster-Kirche auf dem Ölberg eine Majolikaplatte mit dem Vaterunser auf Halunder. Damit es so weit kam, brauchte es ein Gutachten aus Marburg, ein bischöfliches Siegel aus Hamburg und zehn Semester Volkshochschul-Halunder bei Mina Borchert.
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Warum jeder Helgoländer einen Spitznamen hat
Auf Halunder heißen sie Huuachensneemen, und kaum ein Insulaner kommt ohne aus. Sie vererben sich über Generationen, lassen sich vor Festländern als Tarnsprache benutzen und sind 1921 schon einmal zu einem Streit eskaliert. Kurt Friedrichs hat 1993 die größte erhaltene Sammlung auf Band gesprochen.
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Was die Lumme mit Schiet zu tun hat (und was nicht)
Die Helgoländer Lumme heißt auf Halunder „Skit“. Das klingt verdächtig nach Schiet, und genau diese naheliegende Erklärung hat sich seit 1928 durch die Heimatliteratur gehalten. 1997 zerlegt Århammar den Mythos: das Wort kommt nicht von Schiet, sondern von einem altfriesischen Schrei.
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