Halundrigens,
gefälligst?
Personen, Streitfälle und Wörter aus über hundert Jahren Halunder-Forschung. Alte Quellen, neu erzählt: Inselzeitung, Wörterbücher, Briefe, Tonbandaufnahmen. Jeden Montag.
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Das Geheimnis hinter dem Namen Lange Anna
Warum heißt Helgolands berühmtester Fels „Lange Anna"? Alle Theorien hinter dem Namen, der echte helgoländische Name „Nathuurnstak" und wie sie früher hieß.
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Alle Straßennamen auf Helgoland erklärt: warum die Gassen nach Vögeln und Schnecken benannt sind
Die Helgoländer Straßennamen sind ein Stück Halunder zum Mitlesen: Snep Goat, Hölker Goat, Koksen Goat. Was Wai von Goat unterscheidet, warum die Gassen nach Schnepfe, Strandschnecke und Wellhornschnecke benannt sind, welche Namen Briten und Kaiser darübergeklebt haben und warum es jede Hausnummer nur einmal auf der ganzen Insel gibt.
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Welkoam iip Lunn: was der Helgoländer Willkommensgruß wirklich bedeutet
„Welkoam iip Lunn" prangt in großen Buchstaben auf der Helgoländer Landungsbrücke. Aber müsste das nicht eigentlich „Lun" heißen, mit nur einem n, so wie Krogmann und Århammar es in den Halunder-Wörterbüchern schreiben? Hat die Insel da seit Jahrzehnten einen Schreibfehler an ihrer eigenen Stirnseite stehen oder steckt mehr dahinter?
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Höchste Besucherzahlen aller Zeiten auf Helgoland: 9.992 Tagesgäste an einem Tag
Höchste Besucherzahlen aller Zeiten auf Helgoland und die meisten Tagesbesucher an einem einzigen Tag: 9.992, kassiert am 30. Juli 1970 von der Helgoländer Börte und seit 56 Jahren unangetastet. Eine Spurensuche in der Monatszeitung „Der Helgoländer". Oder waren es doch mehr?
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Heinrich Heine auf Helgoland: ein Dichter und die Revolution
Im Sommer 1830 verbringt Heinrich Heine sieben Wochen auf Helgoland. Mitten in seinen Aufenthalt platzt die Nachricht von der französischen Julirevolution. Auf einer britischen Felseninsel entstehen die „Helgoländer Briefe", einer der politisch radikalsten Texte des 19. Jahrhunderts.
Weiterlesen - Sonderausgabe · 200 Jahre Seebad· 9 min Lesezeit95
200 Jahre Seebad Helgoland: was passierte mit der Sprache?
Am 1. Juli 1826 stellte der Schiffszimmermann Jacob Andresen Siemens sechs Badekarren an den Strand und gründete damit das Seebad Helgoland. Seine eigenen Leute lachten ihn aus: „Djoap Andreesen, di snakkes uk lütter Skit!“ Zweihundert Jahre später ist klar, was der Tourismus auf die Insel gebracht hat. Was er mit dem Helgoländischen gemacht hat, ist die schwierigere Frage.
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Wie britisch war Helgoland vor dem Sansibar-Vertrag wirklich?
Am 1. Juli 1890 wurde der „Helgoland-Sansibar-Vertrag" unterzeichnet. Davor war die Insel 76 Jahre britisch, davor 93 Jahre dänisch, und Willy Krogmann zählt insgesamt sieben Hoheits-Wechsel über sieben Jahrhunderte. „Wie kaum ein anderes Fleckchen Erde hat Helgoland seinen Besitzer gewechselt", schreibt er 1952. Was dabei nie wechselte: die Insulaner.
Weiterlesen - Sonderausgabe · 100 Jahre James Krüss· 9 min Lesezeit195
Hundert Jahre James Krüss
Am 31. Mai 1926 kam er auf die Welt, im Jahr, in dem Helgoland gerade sein hundertjähriges Bestehen als Seebad feierte. Sechs Quellen aus sieben Jahrzehnten zeichnen einen anderen James Krüss als den Brockhaus-Eintrag: einen Jungen mit Spiegelei-Augen, einen 22-Jährigen im Exil, einen 50-Jährigen, der seine eigene Diagnose widerruft, einen 58-Jährigen, der die Sprache seiner Familie verstummen sieht.
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Ist dein Nachname helgoländisch?
Um 1900 gab es auf Helgoland 135 Familiennamen für 2.000 Einwohner. Theodor Siebs hat 1909 ihre Bildung in zehn Kategorien sortiert und nebenbei das Geheimnis gelüftet, warum James Krüss „Krüss“ heißt. Drei Generationen davor hieß seine Familie noch anders. Ein Test mit konkreten Beispielen aus Siebs' Liste.
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Der Streit um den Namen „Helgoland“
Adam von Bremen schrieb um 1050 „Heiligland“. 1909 widersprach Theodor Siebs mit „hohes Land“. 1968 widerlegte Willy Krogmann ihn auf sechs Spalten im Helgoländer. Drei Jahrhunderte Streit um einen Inselnamen, der mehr Logik hat, als man auf den ersten Blick sieht.
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175 Seiten, drei Jahre: das Buch, das Halunder lernbar machte
1988 erscheint „Wi lear Halunder“, das erste richtige Lehrbuch für Helgoländisch. Drei Jahre Arbeit von Mina Borchert mit Ritva und Nils Århammar. Im Vorwort steht ein Satz, der bis heute unverändert gilt.
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Mina Borchert unterrichtete 300 Schüler mit einem Märchenbuch
1975 kehrt eine 63-jährige Insulanerin auf ihre Heimatinsel zurück und beschließt, Halunder zu unterrichten. Sie hat kein Wörterbuch, keine Grammatik, nur ein Märchenbuch. 1990 zählen ihre Kurse über 300 Hörer, ihr Lehrbuch ist die Grundlage allen heutigen Unterrichts.
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Wenn der Koks im Fisch sitzt
„Dear lait en Koks bi“ heißt auf Helgoländisch: die Sache hat einen Haken. Wörtlich aber: da liegt eine Wellhornschnecke dabei. James Krüss erklärte das 1985 in GEO mit einem Marktschwindel. Århammar widerspricht 2000 und stellt eine andere These auf. Drei Quellen, zwei Theorien, ein Insel-Idiom.
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Wie Halunder nach Jerusalem kam
Am 1. Mai 1998 segnet ein Helgoländer Pfarrer in der Paternoster-Kirche auf dem Ölberg eine Majolikaplatte mit dem Vaterunser auf Halunder. Damit es so weit kam, brauchte es ein Gutachten aus Marburg, ein bischöfliches Siegel aus Hamburg und zehn Semester Volkshochschul-Halunder bei Mina Borchert.
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Warum jeder Helgoländer einen Spitznamen hat
Auf Halunder heißen sie Huuachensneemen, und kaum ein Insulaner kommt ohne aus. Sie vererben sich über Generationen, lassen sich vor Festländern als Tarnsprache benutzen und sind 1921 schon einmal zu einem Streit eskaliert. Kurt Friedrichs hat 1993 die größte erhaltene Sammlung auf Band gesprochen.
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Was die Lumme mit Schiet zu tun hat (und was nicht)
Die Helgoländer Lumme heißt auf Halunder „Skit“. Das klingt verdächtig nach Schiet, und genau diese naheliegende Erklärung hat sich seit 1928 durch die Heimatliteratur gehalten. 1997 zerlegt Århammar den Mythos: das Wort kommt nicht von Schiet, sondern von einem altfriesischen Schrei.
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